Es ist nicht immer Shakespeare, aber es ist echt. Es ist das Leben. — Die Truman Show

Endlich mal wieder ein Kinobesuch. Als ersten Film in diesem Jahr habe ich mir Steven Spielbergs Gefährten (Originaltitel: War Horse) ausgesucht. Gleich vorweg möchte ich anmerken, dass man kein Pferdenarr sein muss, um dem Film was abzugewinnen (bin auch keiner), obwohl das Pferd ja die Hauptrolle spielt. Im Gegenteil. Zartbesaitete Pferdeliebhaber dürften wahrscheinlich bei der ein oder anderen Szene eher wegsehen, da die Pferdchen schon so einiges aushalten müssen.

Die Geschichte spielt zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Ein paar Jahre vor dessen Ausbruch bringt der Vater des jungen Albert ein Pferd von einer Auktion mit nach Hause. Obwohl es sich für die Arbeit auf dem Feld der Rasse wegen eigentlich nicht eignet, versucht Albert, das Pferd dafür zu dressieren, was ihm letztendlich auch geling. Natürlich entsteht dabei die typische Mensch<>Pferd Freundschaft. Als dann der Krieg ausbricht und der Vater dringend Geld braucht, wird das Pferd an die Armee verkauft. Albert will sich daraufhin freiwillig als Soldat melden, ist aber noch zu jung.

Von da ab liegt bei dem Film das Augenmerk auf Joey (so heißt das Pferd) und wie es im Krieg erst auf englischer, dann auf deutscher Seite „dient“, zwischenzeitlich noch bei einem Mädchen mit ihrem Großvater lebt, um schließlich am Ende im wahrsten Sinne des Wortes zwischen die Fronten zu geraten.

Gefährten ist anfangs sehr gemächlich erzählt. Spielberg nimmt sich hier viel Zeit mit den Charakteren was dem Film, wie ich finde, auch sehr gut tut. Was mir besonders gefallen hat, waren die Szenen auf den Schlachtfeldern. Wer hier eine Landung in der Normandie aus Der Soldat James Ryan erwarten, wird enttäuscht. Nicht nur, dass hier Großteils auf blutige Einlagen verzichtet wird sondern auch wegen der ruhigen Kameraführung, die das krasse Gegenteil zur heutzutage vielge“liebten“ Wackeloptik ist. Die Szenen erinnern eher an den Stanley Kubrick Film Wege zum Ruhm.

Wie man nun sicherlich schon raus lesen kann, hat mir der Film ausgesprochen gut gefallen. Die Bilder sind bis zum letzten, herrlich roten, Sonnenuntergang stimmig und John Williams ist seit langem mal wieder eine richtig gute Musik gelungen. Einige behaupten ja, dass dies Spielbergs bester Film bisher wäre, aber das würde ich jetzt nicht so stehen lassen. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass er in Zukunft bei mir unter den Top 3 landet.

Lange Rede, kurzer Sinn: ein Pferd braucht vier Hufeisen, ich lege noch eins dazu, das macht: 5 von 5.

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